Zehn überraschende Fakten über Propylenglykol, die du noch nicht kanntest


Zehn Fakten über Propylenglykol: Das wusstest du noch nicht!

Propylenglykol sorgt als Trägerstoff in Lebensmittelaromen, -farben und E-Liquids für eine gute Löslichkeit und einen starken Geschmack. So weit, so bekannt. Aber was kann die farblose Flüssigkeit eigentlich noch? Wir stellen dir zehn Fakten über Propylenglykol vor, die du vielleicht noch nicht kanntest.

 

Fakt 1: Menschen verwenden Propylenglykol für Haut und Haar

 

Propylenglykol ist für Lebensmittel, aber auch für Kosmetika ein wichtiger Inhaltsstoff. Das liegt meist daran, dass es Wasser aus der Luft binden kann. Somit hält Propylenglykol die Haut feucht, wenn es in Cremes und Lotionen eingesetzt wird. Es kommt aber auch in Deodorants, Haarsprays und Zahnpasta vor. Dank des Propylenglykols bleibt die Konsistenz des Produkts dieselbe und Wirkstoffe verteilen sich gleichmäßiger.

 

Fakt 2: Auch Propylenglykol in Medikamenten ist keine Seltenheit

 

…sondern sogar sehr hilfreich! Verschiedene Stoffe sind durch den Zusatz von Propylenglykol besser löslich. Die Wirkstoffe können gleichmäßiger abgegeben und besser vom menschlichen Körper aufgenommen werden. Außerdem wirkt Propylenglykol in Medikamenten antibakteriell. Dadurch werden weitere Konservierungsstoffe überflüssig. Viele Hustensäfte, Cremes, Ohrentropfen und andere Mittel greifen auf diese Eigenschaften zurück.

 

Fakt 3: Propylenglykol wird durch die Reaktion mit Wasser hergestellt

 

Das Propylenglykol, das wir kaufen, wird meist industriell hergestellt. Dafür kommt die sogenannte Hydrolyse zum Einsatz. In diesem Prozess reagiert ein Stoff – in diesem Fall Propylenoxid – mit Wasser und spaltet sich dabei auf. Dafür sind Temperaturen zwischen 150 und 220 Grad Celsius notwendig. Mithilfe von Destillation wird das Propylenglykol dann weiter gereinigt.

 

Übrigens: Propylenoxid wird aus Öl hergestellt und ist stark entzündlich. Für Propylenglykol gilt das zum Glück nicht.

 

Fakt 4: Propylenglykol kann man dampfen, aber auch rauchen

 

Die meisten Nikotin-Konsumenten kennen Propylenglykol vom Dampfen. Die Liquids von E-Zigaretten bestehen vor allem aus Propylenglykol und Glycerin. Doch auch in anderen Tabakprodukten ist die Substanz enthalten. In herkömmlichen Zigaretten und Shisha-Tabak findet Propylenglykol Verwendung als Feuchthaltemittel. Es verhindert, dass der Tabak austrocknet und zerbröckelt.

 

Fakt 5: Auch in Zigarrenschränken findet Propylenglykol Verwendung

 

Propylenglykol wird als wässrige Lösung in den Befeuchtungssystemen von Zigarrenschränken eingesetzt. Die Luftfeuchtigkeit in den Schränken liegt meistens bei über 70 Prozent und macht sie somit anfällig für den Befall durch Schimmelpilze. Propylenglykol hemmt das Wachstum von Pilzen und Bakterien. Es ist für diesen Zweck eine bessere Wahl als beispielsweise Benzoesäure, denn es verändert das Aroma der Zigarren nicht.

 

Fakt 6: Manchmal wird Propylenglykol zum Frostschutz eingesetzt

 

Dieser Fakt hat für einige Gerüchte und Irrtümer gesorgt. Industrielles Propylenglykol ist als Frostschutz einsetzbar, weil es den Gefrierpunkt von Wasser senkt. Besonders in der Debatte um E-Zigaretten entstanden deshalb Debatten über die Gefahren, die von Liquids ausgehen könnten. Immerhin enthalten diese ebenfalls Propylenglykol.

 

Hier handelt es sich aber nicht um eine industrielle Substanz, sondern ein pharmazeutisches Produkt in Lebensmittelqualität. In dieser Ausführung ist Propylenglykol nicht giftig, so wie es Frostschutzmittel sind.

 

Fakt 7: Propylenglykol ist vergleichsweise umweltfreundlich

 

Im Vergleich zu anderen Glykolen ist Propylenglykol nicht so schädlich für die Umwelt. Es ist biologisch gut abbaubar und für im Wasser lebende Organismen weniger schädlich. Aus diesem Grund findet Propylenglykol Verwendung als Ersatz für andere, gefährlichere Stoffe – wie zum Beispiel Ethylenglykol, das im Gegensatz zu Propylenglykol giftig für Menschen, Tiere und Pflanzen ist.

 

Fakt 8: Einige Menschen haben eine Propylenglykol-Allergie

 

Obwohl Propylenglykol nicht giftig ist, kann es manchen Personen enorm schaden. Dann reagiert das Immunsystem über: Die Propylenglykol-Allergie sorgt für Symptome wie Juckreiz, Hautausschläge oder entzündete Schleimhäute in Mund und Nase.

 

Besonders bei E-Zigaretten ist es wichtig, die normalen Propylenglykol-Nebenwirkungen von einer echten Allergie zu unterscheiden. Denn ein leichtes Husten beim Propylenglykol-Dampfen ist ganz normal. In der Vape-Welt wird das Halskratzen als „Throat Hit“ bezeichnet.

 

Fakt 9: Seit einiger Zeit wird Propylenglykol an Kühe verfüttert

 

In der Milchindustrie ist Propylenglykol ein Futterzusatz. Indem es den Kühen verabreicht wird, sorgt es dafür, dass sie mehr Milch produzieren können. Verabreicht wird das Propylenglykol an die Kühe in der Phase kurz vor und nach dem Kalben. So sollen sie ihre allgemeine Leistung steigern können. Wie viele Prozesse in der Milchindustrie ist diese Propylenglykol-Verwendung allerdings umstritten.

 

Fakt 10: Es gab einen Produkt-Rückruf wegen Propylenglykol im Alkohol

 

Wir geben zu: Das ist wirklich eine Anekdote. Aber sie ist interessant! Im Jahr 2014 riefen Schweden, Finnland und Norwegen einige Chargen der US-Whiskey-Marke Fireball zurück. Sie hatten festgestellt, dass deutlich mehr Propylenglykol in dem Alkohol enthalten war, als die EU für sicher hält. Angeblich habe es sich um das Sechsfache der üblichen Dosis gehandelt.

 

Die Marke Fireball gab damals an, dass ihre Verwendung von Propylenglykol nicht schädlich sei. Trotzdem nutzt sie den Stoff heute nicht mehr.


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